14.02.2023
Technik & Wissen

EPDs für Klimageräte

Als Schlüsselbranche für die Energiewende und somit mit enormer Verantwortung für kommende Generationen besitzt die Technische Gebäudeausrüstung einen großen Hebel für eine nachhaltige Entwicklung des Gebäudesektors. Um dem Rechnung zu tragen, möchten planende TGA-Experten Produkte einsetzen, die Ressourcen schonen und CO2e* einsparen. So wird Nachhaltigkeit zur festen Größe in der Entscheidung für ein System und gegen ein anderes.


Das geht nur mit verlässlichen Daten, die verständlich aufbereitet sind und mit denen sich gut arbeiten lässt. Genau das bekommen Sie von uns in Form unserer intuitiven Berechnungstools sowie den verifizierten Environmental Product Declarations, kurz EPDs.

*CO2 oder CO2e?

Verkürzt wird häufig der Begriff CO2 stellvertretend für die Treibhausgase verwendet.

Korrekt wäre eher der Begriff CO2-Äquivalenz oder das Kürzel CO2e, das wir im Folgenden verwenden.

Gute Gründe für die Arbeit mit Nachhaltigkeitsdaten

Die Auswahl klimatechnischer Produkte anhand von nachhaltigen Überlegungen ist längst nicht mehr nur ein Imagegedanke. Es geht um handfeste Vorteile für die Umwelt, für kommende Generationen, aber auch für jeden Projektbeteiligten.

Changing the Game

Ökobilanzdaten von Bauprodukten sind wichtig für die Zertifizierung von Gebäuden mit Nachhaltigkeitssiegeln. Denn in immer mehr Bauprojekten kommen nur noch Baustoffe zum Einsatz, deren Umweltauswirkungen belegbar sind. Dieser Trend wird auch in der Technischen Gebäudeausrüstung voranschreiten. Qualitative Produktdaten werden also zum Auswahlkriterium für TGA-Planende und Bauherren.

Unsere verlässliche Nachhaltigkeitsdokumentation erleichtert ihnen die Arbeit im Zertifizierungsprozess und sorgt dafür, dass sie wertvolle Punkte für das gewünschte Gebäudezertifikat sammeln.

Doch eine nachhaltige TGA- und Baubranche ist mehr als Bürokratie. Wenn planende TGA-Fachleute ihre Produktauswahl neben Leistung und Preis auch anhand der Umweltverträglichkeit auswählen, ist das nicht weniger als ein Game Changer. Effizienz, ressourcenschonende Materialien, kurze Transportwege und ein weitgehendes Recycling werden zu relevanten Planungsgrößen. Klingt einleuchtend? Machen Sie mit!

Environmental Product Declaration

Environmental Product Declarations (EPDs) geben Auskunft über die Umweltauswirkungen eines Produktes. EPDs sind standardisiert und verifiziert, sodass sie als Nachweis z. B. in Zertifizierungsprozessen nachhaltiger Gebäude dienen. TGA-Planende reichen einfach die EPD des jeweiligen Produktes an den Auditor der Gebäudezertifizierung weiter.

In einigen Bereichen der Baubranche sind EPDs bereits verbreitet. Beispiele sind Baustoffe oder auch die Fensterindustrie. Bei komplexen Geräten der Technischen Gebäudeausrüstung ist Kampmann absoluter Vorreiter. Wir sind uns sicher, dass EPDs in der nachhaltigen Gebäudezertifizierung auch für die TGA in Zukunft unerlässlich werden.

Klimatechnik für DGNB, BREEAM, LEED und Co.

Mit unseren EPDs erleichtern wir Ihnen die Arbeit für die Gebäudenachhaltigkeitszertifizierung. In allen gängigen Systemen, wie DGNB, BREEAM oder LEED sind EPDs anerkannte Praxis. Die verifizierten Dokumente reichen Sie einfach an den Auditor im Zertifizierungsprozess weiter.

Und das steckt drin in unseren Ökobilanzen (EPD)

Unsere Bilanzierung endet nicht mit dem Lebenszyklus eines Produktes. Auch die weitere Verwendung oder Recycling der Produkte nach ihrem ursprünglichen Einsatz ist in unseren Ökobilanzen berücksichtigt: From cradle to cradle. So erhalten Sie ein ganzheitliches Bild des Kreislaufs, den unsere Unterflurkonvektoren, Lufterhitzer, Fan Coils & Co durchlaufen.

Produkte mit EPDs

Wir arbeiten ständig daran unser breites Produktportfolio um neue EPDs zu erweitern. Aktuell bieten wir die nachfolgenden Produkte mit Environmental Product Declarations an. Die EPDs sind extern verifiziert. Bei unseren Unterflurkonvektoren der Katherm Familie gelten die Angaben jeweils für die funktionelle Einheit „1 kW Heizleistung“. Das bedeutet, dass z. B. im Zertifizierungsprozess die verifizierten EPD-Daten (bezogen auf 1 kW Heizleistung) skaliert werden.
Bei unseren Venkon Fan Coils verfügt jede einzelne Variante über eine spezifische EPD. Sie finden Sie in der Produktauslegung als Download.

Lufterhitzer & Co. mit EPDs?

Noch nicht das Richtige dabei? Dann arbeiten wir gerade noch an verifizierten EPDs für unsere weiteren Produkte. Wir können Ihnen aber für fast all unsere Produkte Auskunft über deren materialbasierten CO2e-Fußabdruck geben. Bitte sprechen Sie uns an.

Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Finden Sie in unserem flächendeckenden Vertriebsnetz Ihren Ansprechpartner.

Abkürzungen in EPDs

Zugegeben: Eine EPD ist nicht gerade eine Urlaubslektüre. Wer nicht als Auditor für nachhaltige Gebäudezertifizierung arbeitet, tut sich verständlicherweise schon mal schwer mit den vielen Abkürzungen und Fachtermini. Wir haben deshalb ein Glossar mit zentralen Umweltauswirkungen für Sie zusammengestellt.

Umweltauswirkung Erläuterung
GWP
Globales Erwärmungspotenzial
Das globale Erwärmungspotenzial drückt den Beitrag zur Erwärmung der bodennahen Luftschichten aus, d. h. zum sogenannten Treibhauseffekt.
ODP
Abbaupotenzial der stratosphärischen Ozonschicht
Das Abbaupotenzial der stratosphärischen Ozonschicht verdeutlicht die Verringerung des Ozons in der Stratosphäre und die Zerstörung der Ozonschicht durch die Emission ozonschichtschädigender Stoffe.
AP
Versauerungspotenzial von Boden und Wasser
Das Versauerungspotenzial beschreibt die toxische Wirkung versauernder Stoffe auf den Boden, Gewässer, Lebewesen und Gebäude. Durch die Reaktion von sauren Gasen in der Atmosphäre entsteht „saurer Regen“, welcher zu einer Verringerung der biologischen Vielfalt führt.
EP
Eutrophierungspotenzial
Die Eutrophierung (Überdüngung) bezeichnet den Übergang von Gewässern und Böden von einem nährstoffarmen in einen nährstoffreichen Zustand, insbesondere durch die Emission von Phosphaten und Nitraten. Dies führt zu einer Schädigung der Ökosysteme, welche in einer erhöhten Sterblichkeit und einem Verlust von Arten resultiert.
POCP
Bildungspotenzial für troposphärisches Ozon
Beim Bildungspotenzial für troposphärisches Ozon handelt es sich um die Bildung von bodennahem Ozon, welches zu einer Verunreinigung der Luftschichten und zu einer Schädigung der menschlichen Gesundheit und der Ökosysteme führt. Die Umweltauswirkung wird auch als „Sommersmog“ bezeichnet.
ADPE, ADPF
Potenzial für die Verknappung von abiotischen Ressourcen
Das Potenzial für die Verknappung von abiotischen Ressourcen drückt den Verbrauch der nicht fossilen Ressourcen (ADPE) bzw. der fossilen Brennstoffe (ADPF) der Welt aus.
WDP
Wassernutzung
Die Wassernutzung drückt aus, wie viel Menge an Wasser während des Lebenswegs eines Produkts verbraucht oder verschmutzt wird.
PM
Potentielles Auftreten von Krankheiten aufgrund von Feinstaubemissionen
Diese Wirkungskategorie berücksichtigt die nachteiligen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, welche durch die Emission von Feinstaub und dessen Vorläufern verursacht wird.
IR
Potentielle Wirkung durch Exposition des Menschen mit U235
Diese Wirkungskategorie beschreibt die Auswirkungen von ionisierender Strahlung, welche von Atomen in Form von elektromagnetischen Wellen oder Teilchen abgegeben wird.
ETP – FW
Potentielle Toxizitätsvergleichseinheit für Ökosysteme
Die Toxizitätsvergleichseinheit für Ökosysteme betrachtet die Gesamtverschmutzung des Süßwassers, welche aus der Luft, dem Abfluss vom Land und der direkten Freisetzung von Chemikalien in das Wasser resultiert.
HTP-C, HTP-NC
Potentielle Toxizitätsvergleichseinheit für Menschen
Die Toxizitätsvergleichseinheit für Menschen beschreibt die gesundheitsschädlichen Auswirkungen einer in die Umwelt freigesetzten Chemikalieneinheit auf den Menschen. Dies beinhaltet Krebs (HTP-C) und weitere gesundheitliche Auswirkungen (HTP-NC).
SQP
Potentieller Bodenqualitätsindex
Der Bodenqualitätsindex betrachtet die Veränderung der Bodenqualität infolge von veränderter Flächennutzung, welche zu einer Versiegelung der Oberflächen und Verschmutzung der Flächen führt.
Ressourceneinsatz
(PERE, PERM, PERT, PENRE, PENRM, PENRT, SM, RSF, NRSF, FW)
Die verschiedenen Wirkungskategorien des Ressourceneinsatzes betrachten den Einsatz erneuerbarer Primärenergie, nicht erneuerbarer Primärenergie, den Einsatz von Sekundärstoffen, erneuerbaren Sekundärbrennstoffen, nicht erneuerbaren Sekundärbrennstoffen und den Einsatz von Süßwasserressourcen.
Output-Flüsse und Abfallkategorien
(HWD, NHWD, RWD, CRU, MFR, MER, EE (Elektrisch), EE (Thermisch))
Die Wirkungskategorien der Output-Flüsse und Abfallkategorien betrachten den entstehenden gefährlichen Abfall, den nicht gefährlichen Abfall, den radioaktiven Abfall, die Komponenten zur Wiederverwendung sowie die Stoffe zum Recycling, zur Energierückgewinnung und die exportierte Energie.